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Nümbrecht - Malzhagen

Kurzfrist DWD

Hier finden Sie den synoptischen Kurzfristbericht des deutschen Wetterdienstes

Der deutsche Wetterdienst veröffentlich zweimal am Tag den synoptischen Bericht für die Kurzfrist. Die Kurzfrist reicht von 0 bis 72 Stunden nach Ausgabe der Berechnungen.


Banner deutscher Wetterdienst


S Y N O P T I S C H E   Ü B E R S I C H T   K U R Z F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 30.07.2017 um 08 UTC


GWL und markante Wettererscheinungen:
SWz

Heute und morgen vor allem im Süden teils unwetterartige Gewitter.
Am Dienstag von dort bis ins südliche Norddeutschland und im Osten heftige
Gewitter möglich.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 24 UTC
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Sonntag... Auf der Vorderseite eines umfangreichen Zentraltiefs dicht westlich
von Schottland liegt Deutschland in einer recht kräftigen Südwestströmung, in
der Randtröge eingelagert sind. Ein erster Trog zieht im Tagesverlauf im Norden
durch und die zugehörige Kaltfront schwenkt ebenfalls ostwärts. Im Süden hängt
die Kaltfront etwas zurück und hier sorgt erst im Laufe des Abends ein von
Frankreich her kommender, etwas stärker ausgeprägter Randtrog für Hebung. Vor
der Front gelangt ein Schwall sehr warmer und potentiell instabiler Luft nach
Deutschland mit Cape-Werten von 1000 bis knapp über 1500 J/Kg und PPWs zwischen
35 und 40 mm. Das ergibt vor allem in der 2. Tageshälfte im Osten und Süden und
teils auch in der Mitte teils kräftige Gewitter, die bei 26 bis 30 Grad
ausgelöst werden. Zum Teil erfolgt die Auslösung auch über den Gebirgen. Für den
Zeitraum heute Nachmittag bis zum frühen Abend erkennt man 2
Niederschlagsschwerpunkte: Zum einen den Nordosten und zum anderen den Süden,
wobei der Hinweise für Starkregen nur von den feinmaschigen Modellen kommt
(CosmoDE, Euro4), wobei auch Unwetter möglich sind (s. u.)
Am Abend wäre im Bereich der quasistationären Front weiterhin der Süden
betroffen, während die Gewitter im Nordosten abziehen. Im Westen und Norden
stabilisiert die Schichtung, wobei aber noch einzelne Schauer auftreten.
In der 2. Nachthälfte schwächen sich die Gewitter im Süden zwar ab, hören aber
wohl nicht ganz auf. Gleichzeitig kann es nach ICON und CosmoDE sowie Euro4 im
Norden wieder losgehen mit einzelnen Gewittern, die dort aber wohl eher kurz 
sein dürften und vom Typ Kaltluftgewitter. 

Montag... weitet sich der ostatlantische Langwellentrog mit Drehzentrum bei
Schottland allmählich südwärts aus, so dass die Höhenströmung nach Abzug des o.
e. Troges etwas aufsteilt und vorübergehend etwas antizyklonaler konturiert ist.
Auf der Rückseite des entstehenden flachen Höhenkeiles kommt abends im Südwesten
dynamische Hebung auf.
Im Bodenfeld kommt die Kaltfront nicht weiter nach Süden voran und beginnt sich
im Süden als Warmfront wieder etwas retrograd, also nach Norden zu verlagern,
wobei abends etwa die Main-Linie erreicht wird. Somit verbleibt der süddeutsche
Raum im Einflussbereich der instabil geschichteten Luftmasse mit einer ML-Cape
von 500 bis 1500 J/kg am Alpenrand.

Im Süden dürften sich damit, zunächst wohl ausgehend vom Bergland, im Laufe des
Nachmittags einzelne Gewitter bilden, vor allem auch abends mit Annäherung des
Hebungsgebietes. Ein leichtes Unwetterpotenzial bleibt bestehen.

Im übrigen Land steht ein leicht wechselhafter Tag bevor. In der Osthälfte gibt
es vor allem vormittags, im Nordseeumfeld wohl eher am Nachmittag vereinzelte
kurze Schauer mit nur geringer Gewitterwahrscheinlichkeit. Vielerorts bleibt es
aber trocken. Die Sonne scheint vor allem im Süden und Osten, aber auch im
Norden und Westen darf man sich wohl über das ein oder andere Sonnenfenster
freuen. Die Temperatur steigt im Süden im Warmsektor bei 15 bis 21 Grad in 850
hPa auf 27 bis 32 Grad. Sonst werden 23 bis 28 Grad erreicht, an der Nordsee bei
in Böen frischem bis starkem Südwestwind von Föhr bis Sylt nur etwa 20 Grad.

Im Laufe des Abends sollen von Frankreich her (und da sind sich die globalen
Modelle einig), Schauer und Gewitter sich von Rheinland-Pfalz bis in den
Nordosten Deutschlands ausdehnen. Bei zunehmender Scherung (örtlich über 30 m/s
zwischen 0 und 6 km) ist im Frontbereich dann die Bildung von Superzellen
möglich. Dieser Streifen soll sich mit Verlagerung der Warmfront eines nach
Südwestfrankreich ziehenden Gewittertiefs in der 2. Nachthälfte etwas nach
Norden verlagern. 

Dienstag...  spitzt sich die Unwettergefahr in weiten Bereichen Deutschland
weiter zu. Dem recht weiten Vorhersagezeitraum geschuldet kann eine
Regionalisierung der größten Unwettergefahr noch nicht vorgenommen werden,
außer, dass der Nordwesten und wohl auch äußerste Norden eventuell außen vor
bleiben. Hier wird die allmählich weiter nach Norden vorankommende Warmfront
neben dichten Wolken teils länger anhaltenden und konvektiv verstärkten Regen
bringen, der aber aus heutiger Sicht die Warnschwellen für mehrstündigen
Starkregen nicht erreichen wird. Die Höchstwerte verbleiben mit 22 bis 27 Grad
auch eher im gedämpften, wenngleich aber schwülen Bereich.
Im Süden, der Mitte und im Osten spannt sich ein großräumiger Warmsektor auf,
der extrem labil geschichtet ist mit ML-Cape-Werten von 1500 bis 4000 (!) J/Kg
und in den meisten Bereichen eine sehr hohe Scherung aufweist. Bezüglich der
Zutaten steht diesen Bereichen ein klassischer Unwettertag bevor!
Erneut wird die Frage sein, wie großräumig es auslöst, doch spätestens mit
Annäherung einer markanten Trogachse von Westen und einhergehender intensiver
differenzieller positiver Vorticityadvektion wird der Deckel im Verlauf des
Abends von Südwesten verbreitet durchbrochen. Allerdings wird auch zuvor eine
isolierte Zündung im Warmsektor dank intensiver diabatischer Erwärmung und der
Orografie zu erwarten sein. Das Unwetterpotential ist in diesen Bereichen auf
jeden Fall sehr groß durch teils sehr großen Hagel, orkanartige Böen und
heftigen Starkregen. Allgemein wird es im Süden und Osten sehr heiß mit
Höchstwerten von 29 bis 36 Grad, im äußersten Südosten könnte es lokal gar noch
heißer werden. Abseits der Gewitter weht der Wind meist schwach aus
unterschiedlichen Richtungen und im Nordwesten weiterhin aus Südwest.  

Modellvergleich und -einschätzung
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Was die großräumige Verteilung der synoptischen Basisfelder angeht so sind sich
die Modelle einig.
Auch die Verlagerung der Warmfront bis Dienstag nach Norddeutschland ist recht
sicher.

Der Niederschlag ist allerdings am Dienstag nicht einheitlich verteilt. ICON und
EZMW setzten tagsüber den meisten Regen auf einen breiten Streifen von NRW und
Rheinland-Pfalz bis zur Ostsee. Bei GFS reichen kräftige Regensignale bis in den
Norden Bayerns hinein.

CosmoDE-EPS bringt die höchsten Wahrscheinlichkeiten für teils heftigen
Starkregen über der Alb und bedingt auch in den Allgäuer Alpen, was auch in
Übereinstimmung steht mit dem operationellen Lauf. Zwischen 18 und 24 UTC
verschiebt sich die Starkregengefahr etwas nach Südosten.
In der 2. Nachthälfte nimmt die Unwettergefahr nach CosmoDE-EPS ab.
Am Montag ist nach CosmoDE-EPS die Unwettergefahr zunächst nur gering. Von 18
bis 24 UTC nimmt in Rheinland-Pfalz, im Raum Odenwald und im Bayerischen
Schwaben wieder etwas zu.
Am Dienstag ist nach CosmoLEPS trotz der extremen Labilität die
Wahrscheinlichkeit von heftigem Starkregen gering.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach
Dipl. Met. Olaf Pels Leusden

Malzhagenwetter 2017 by Udo Karow, Nümbrecht, Germany