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Nümbrecht - Malzhagen

Ostersturm Jeanne 2016

                                               28.03.2016 Ostersturm Jeanne



Am 28.03.2016, Ostermontag, zog ein Sturmtief vom Atlantik kommend über den Ärmelkanal zur zentrale Nordsee. Das Sturmtief war im Zirkualtionsmuster eines umfangreichen zentralen Tiefdrucksystems, das sich von Neufundland über Island bis nach Skandinavien erstreckte. Vor dem Sturmtief lag Deutschland im Einflussbereich eines Zwischenhochs das teilweise für ruhiges frühlingshaftes Wetter sorgte.




Die Europakarte vom 27.03.2016 zeigt die Wetterlage an Ostersonntag. Deutlich ist der Einfluss von Tiefdrucksystem zu sehen das Höhenkaltluft nach Deutschland führte und dort für wechselhaftes Wetter sorgte mit einzelnen Schauern und einem geringen Gewitterrisiko das aufgrund eines vertikalen Temperaturgradienten ausgelösst wurde.




Das Satellitenbild zeigt zum einen die Schauerluft die aus Nordwest nach Mitteleuropa geführt wurde. Deutlich zeigt sich das an dem fleckigen Wolkenmuster über Grossbritannien. Diese wird auch Konvektionsbewölkung genannt. Vor allem über Grossbritannien und dem Ärmelkanal entwickelten sich Gewitter. Links am Bildrand sehen wir das neue Tief das Sturm Jeanne wurde. Das erwähnte Zwischenhoch lag dabei schon über dem östlichen Mitteleuropa.




Am Abend des 27.03.2016 befand sich das Sturmtief Jeanne bereits südwestlich von Irland. Deutlich sieht man den Cirrostratusschirm vor der Warmfront. Der Cirrostratus ist eine hohe Schichtwolke aus Eiskristallen. Dieser bringt keinen Niederschlag und lässt die Sonne hindurch scheinen. Häufig gibt es dabei Halo- oder Nebensonnenbeobachtungen. Jedoch zeigte sich auch schon die Kaltfront was zeigte das es ein kleinräumiges Sturmtief war. Eine Schauer- und Gewitterlinie war im Begriff Deutschland zu überqueren die jedoch nicht vom Sturmtief stammt.




Der Radiosondenaufstieg von Brest ( Frankreich ) zeigte das sich im Umfeld von Sturmtief Jeanne instabile Höhenkaltluft befand und dort eine deutliche vertikale Temperaturabnahme herrschte. Zudem zeigte sich sogar Energie in Form von MLCape und die Atmosphäre wies eine starke vertikale Windscherung auf. Hier traf somit folgende Eigenschaft zusammen : wenig Energie, hohe Scherung. Bei ausgelösster Feuchtkonvektion würde quasi die Energie durch Cape mit der Scherungsenergie kompensieren und deutlich höhere Energiewerte zu Verfügung stellen. Somit war die Gefahr gegeben das sich dabei organisierte Strukturen bilden konnten wie z.B. Superzellen und auch Tornados waren nicht unwahrscheinlich. Hierbei zeigte sich ein deutlicher Hinweis durch den Sweat-Index mit mehr als 400 was für mögliche Schwergewitter und ein erhöhtes Risiko sprach. Auch der Showalter Index zeigte an das eine Gewittermöglichkeit gegeben war. Zudem zeigte der KO-Index von - 6 Kelvin das eine potentielle Instabilität gegeben war die dementsprechend nur noch in Labilität umgewandelt werden musste. Anders war der K-Index zu beurteilen der gegen Konvektion sprach aber der Totaltotals-Index wieder eine deutliche Sprache trug. Wir sehen das die Beurteilung eines Radiosondenaufsteigs für das Nowcasting unerlässlich ist. Denn dieser Aufstieg zeigte deutliche Hinweise für mögliche Gewitter und organisierte Zellstrukturen. Zudem zeigte sich nicht nur MLCape sondern auch SBCape der direkt vom Boden aus errechnet wird. Dieser Wert war sogar höher als der MLCape.




Dann kam der Ostermontag und Sturm Jeanne trat in Aktion. Im Warmsektor war noch nicht all zu viel los da die Luftmasse noch stabil geschichtet war. Dann kam aber bereits die Kaltfront und es wurden erste Sturmböen registriert. Der Wind nahm weiter zu und sorgte zum Beispiel in Aachen für Böen von 98 km/h was der Windstärke 10 entspricht. Flotter wars jedoch auf dem Ärmelkanal und über England denn dort gab es Orkanböen bis extreme Orkanböen und zahlreiche Schäden. Über dem Ärmelkanal wurden teilweise Windgeschwindigkeiten von 120 bis knapp 150 km/h gemessen. Zudem gab es in einfliessender instabiler Höhenkaltluft hinter der Kaltfront zahlreiche teils kräftige Schauer und Gewitter die dementsprechend per vertikalen Impulstransport Höhenwinde herabmischen konnten die jedoch nicht mehr so stark waren. Dennoch gab es verdächtige Radarsignaturen die möglicherweise auf organisierte Entwicklungen schliessen lassen. So gab es im Norden sogar einen Tornadoverdachtsfall der aber noch nicht geklärt ist. Das Sturmfeld hatte seinen Höhepunkt über dem Ärmelkanal und beeinflusste vor allem auch die Westhälfte Deutschlands während im Osten überwiegend freundliches frühlingshaftes Wetter herrschte und das Frontensystem erst im Abendverlauf ankam. Die Gewitter waren selbst am späten Abend noch aktiv und so kam es das auch hier die private Wetterstation eins abbekam. Dabei wurde unter anderem auch Hagel beobachtet.









Der Wind hatte sich dabei aber schon deutlich abgeschwächt. Im allgmeinen kam die Region Nümbrecht einigermaßen glimpflich davon. So kam es zu keinen wetterbedingten Einsätzen. So ist es auf der Website der Feuerwehr zu lesen unter : www.feuerwehr-nuembrecht.de/einsaetze

Hier noch ein Video vom abendlichen Gewitter : https://www.youtube.com/watch?v=kf6VBDUD3Fo


Malzhagenwetter 2017 by Udo Karow, Nümbrecht, Germany