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Nümbrecht - Malzhagen

Problem Gewitterprognose

Die Problematik der Gewitterprognose


Häufig wird gefragt warum trifft es bei Gewittern den Punkt A und nicht den Punkt B und warum hat man das nicht vorhergesagt .

Nun Gewitter sind sogenannte konvektive Ereignisse. Gewitterwolken sind sogenannte vertikale Wolken. Das bedeutet, das sich Gewitter eher in die Höhe entwickeln als in die Breite. Gewitter sind lokale Ereignisse mit unterschiedlichen Lebensdauern. Die meissten Gewitter haben gerade mal eine Lebensdauer von 10 bis 30 Minuten. Das sind sogenannte Singlecells auch Einzelzellen genannt. Sie sind nicht organisiert und wenig struktuiert. Man findet Einzelzellen oftmals verteilt in einer Luftmasse. Da liegt auch das Problem in der Prognose. Luftmassen sind grossflächig im Gegensatz zu Gewittern. In der Wettervorhersage, sagt man das Potential vorraus. Gewitter 100% punktuell vorherzusagen kann man nicht denn die Mechanismen von Gewittern sind sehr komplex.

In der Synoptik gibt es verschiedene Flächenskalen. Diese reichen von 2000 km bis 100 Metern. Die kleinen Skalen sind z.B. Tornados. Die Grossen Flächen sind die Druckgebilde Hoch und Tief sowie Tröge und Keile und die Fronten.

Da sieht man schon das Problem denn eine grosse Fläche lässt sich eher einschätzen als eine kleine Fläche. Tiefs oder Hochs haben lange Lebenszyklen als Gewitter.

Bei der Gewitterentstehung spielen viele meteorologische Parameter eine grosse Rolle. Zu den Standartzutaten wie Feuchte, Labilität und Hebung kommen weitere Parameter wie z.B. die vertikale Windscherung die eine entscheidene Rolle dabei spielt wie stark bzw. wie organisiert ein Gewitter ist. Bei Ausreichender Scherung bleiben Auf- und Abwind getrennt und die Zellen können länger überleben wie z.B. Superzellen. Diese können sich auch Nachts halten, während die meissten Gewitter bei abnehmender Sonneneinstrahlung zusammenfallen. Warmluft ist leichter als Kaltluft und steigt nach oben ( Hebung ). Zudem kann Warmluft weit mehr Feuchtigkeit aufnehmen als Kaltluft. Dieses bedeutet dementsprechend auch mehr Energie.




Wir sehen hier das Satellitenbild vom 29.05.2016. Diese Wetterlage werden einige noch in böser Erinnerung haben denn das war der Tag der schweren Unwetter wie z.B. im Rottal am Inn. Wir sehen die rotmakierten Zellsysteme die unregelmäßig verteilt sind. Hier ist deutlich zu sehen das die meissten Gewitter im Verhältniss zu unserem Kontinent sehr klein sind. Hier gab es noch ein weiteres Problem : Es gab nur eine geringe Höhenströmung, was zu einer sehr geringen Verlagerungsgeschwindigkeit der Zellen sorgte und somit viel Regen an einem Ort hinterlassen konnten. Manche blieben sogar stationär.




Das zweite Bild zeigt das Sturmtief Nanette am 20.11.2016. Wir sehen hier, das eine weit aus grössere Fläche betroffen ist. Das Tief hat im Gegensatz zu einem Gewitter ganz andere Lebenszyklen und eine ganz andere Lebensdauer. Die Zugbahn des Tief und der Fronten lässt sich besser vorhersagen. Jedoch gibt es auch hier das problem der Prognose von Windstärke oder Niederschlagsmenge denn auch da kann man eher nur das Potential vorhersagen.

Um Gewitter vorherzusagen gilt es viele meteorologische Parameter zu beachten. dadurch kann man das Potential erkennen. Da muss man ein sogenanntes Nowcasting durch führen. Damit kann man sich die Frage beantworten, wie es aktuell in der Atmosphäre aussieht. Dabei nimmt man sich Wetterdaten einzelner Stationen zu Hilfe. Zudem kommt Radar und Satellit hinzu und auch die Radiosondenaufstiege sind nötig. Die Sondenaufstiege zeichnen z.B. eine Art Querschnitt der Atmosphäre ab und man sieht die Situation in verschiedenen Höhen ( Druckflächen ). Dabei kann man auf gewisse Parameter Rückschlüsse ziehen wie z.B. wie Labil ist die Luftmasse oder wieviel feuchte oder Energie ist vorhanden und kann es überhaupt Gewitter geben. Mittels Radar und Satellit kann man die Frage beantworten, gibt es genug Sonneneinstrahlung oder kann eine Kaltfront zum Beispiel für Hebung sorgen oder kann sich sogar eine Konvergenz entwickeln. Zudem kann man beurteilen ob es zu flächendeckende verteilung der Zellen kommt oder ob nur einzelne unterwegs sind. Sind es viele, so müssen sich diese die vorhandene Energie teilen während eine einzige die ganze Energie für sich beantspruchen kann.

Man sieht das die Prognose von Gewitter ein schweres Unterfangen ist. Zudem sieht man, das es nicht möglich ist zu 100 % zu sagen, das z.B. um 14 Uhr in Hamburg ein Gewitter gibt. Man kann nur sagen, ja das Potential ist da. Sind Gewitter entstanden so kann man die Verlagerungsgeschwindigkeit und Zugbahn feststellen und dementsprechend warnen. jedoch ist hier die Lebensdauer entscheidend. Multizellensysteme oder Superzellen können weite Strecken zurück legen, während Einzelzellen nur wenige Kilometer weit kommen.

Fazit : Selbst wenn Gewitter vorhergesagt sind, kann man nicht zu 100 % bestimmen an welchem Ort eines auftritt. Zudem kann man auch nicht im Vorrus sagen ob es ein schweres Unwetter wird oder nicht. Man kann nur bestimmen, das das Potential vorhanden ist.


Malzhagenwetter 2017 by Udo Karow, Nümbrecht, Germany