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Nümbrecht - Malzhagen

grobe Analyse des F3 Tornados in Bützow

Am 05.05.2015 gab es einen F3-Tornado der mit über 200 km/h über Bützow in Mecklemburg-Vorpommern zog. Hier eine kleine synoptische Beschreibung was mit eine Rolle spielte.

Der 05.05.2015 wird noch vielen in Erinnerung bleiben denn an diesem Tag stellte sich eine potentiell gefährliche Wetterlage ein. Am frühen Abend kam es während eines Gewitters zur Bildung eines F3-Tornados über den Ort Bützow. Das Video stammt von Wetteronline was denen durch ein Augenzeuge zugespielt wurde.





Wir schauen uns dazu mal die zugehörige Wetterlage an :




Die Wetterkarte zeigt das über den britischen Inseln ein Sturmtief lag und dessen Frontensystem Mitteleuropa beeinflusste. Dabei lag die Region Bützow im instabil geschichteten labilen Warmsektor vor der Kaltfront. Dieser Sektor wurde von einem Low Level Jet und dem Polarjet überlagert was schon darauf ahnen ließ das hier eine deutliche vertikale Windscherung vorliegen musste. Im Nowcasting konnte man diese dann anhand der Radiosondenaufstiege von Bergen und Schleswig nachweisen.




Wir sehen anhand der Scherungsdaten das hier eine enorme Geschwindigkeitsscherung vorlag und das auch bodennah wo auch das LCL zu finden war. So konnte diese bodennahe Scherung greifen und eine entstandene Wallcloud in Rotation versetzen und auch die Zelle selber befand sich in Rotation was bei über 20 m/s in 0-6 km durchaus ein Hinweis für eine Superzelle war. Zwar gab es hier einen deutlichen Deckel was sich am CIN zeigt aber der MUCape hat diesen recht gut wett gemacht. Durch diese Scherung kam zudem noch die kenetische Energie zum tragen als die Feuchtkonvektion ausgelösst hatte.




Im sogenannten Hodographen konnte man zudem erkennen das auch eine Richtungsscherung nach Rechts vorhanden war ( veering ). Der SRH1 war doch recht deutlich ausgeprägt. Der SRH1 kann einen Hinweis auf die mögliche Tornadogefahr widergeben wenn auch die anderen Parameter stimmen.




Der Sondenaufstieg von Schleswig zeigte sogar noch eine höhere Energie an die ebenfalls deutlich gescherrt war. Somit gab es dementsprechend ein ordentliches Setup für mögliche Schwergewitter mit den dementsprechenden Gefahren.

Somit wurden folgende synoptische Bedingungen erfüllt :

1. Energie
2. Labilität
3. Feuchte
4. vertikale Windscherung ( Geschwindigkeit & Richtungsänderung mit der Höhe )
5. LCL unter 1000 Meter ( Region wo die Wolkenbasis war )
6. deutliche bodennahe Scherung
7. kenetische Energie ( Scherungscape )

Zudem zeigte sich das die Region am günstigen linken Jetauszug des Polarjets befand und somit unter der hebungsförderden Höhendivergenz.


Malzhagenwetter 2017 by Udo Karow, Nümbrecht, Germany